Treffen mit dem BLHV auf dem Zinggehof in Lenzkirch

 

Am 3.Mai habe ich mich mit dem Kreisverband Hochschwarzwald des BLHV (Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband) auf dem Zinggehof in Lenzkirch bei der Familie Vogelbacher getroffen. Bereits in der Vorstellungsrunde wurden von den Anwesenden Landwirt*innen verschiedene Themen angesprochen: Als ein großes Problem wurden diverse Bautätigkeiten festgestellt, die wertvolle Fläche verschlingen. Die Flächenproblematik ist in unserer dicht besiedelten Region bereits heute ein großes Thema und wird in Zukunft mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und Wildflächen noch wichtiger werden. Gleichzeitig schilderten mir die Anwesenden sehr deutlich die bereits heute feststellbare Wasserknappheit. Diese Beschreibungen lassen die Klimakrise spürbar machen und ermuntern dazu, unsere konsequente Klimapolitik noch energischer fortzuführen. Trotzdem ist es wichtig, dabei immer wieder Rücksprache mit den Bürger*innen zu halten. So wird von den Landwirt*innen die überall zunehmende Bürokratie mit ihren immer wieder geänderten Vorschriften (zum Beispiel im Stallbau) kritisiert, die enorme Investitionen auslösen beziehungsweise im Bestand nicht umzusetzen sind. Als ein weiteres Problem wurde die Abnahme der zur Selbstvermarktung notwendigen (bzw. für Geflügel schon gar nicht mehr vorhandenen) Schlachtmöglichkeiten in der näheren Region festgestellt.

Anschließend hat uns Gastgeberin Anna Vogelbacher den sehr breit aufgestellten Betrieb ihrer Familie vorgestellt, ehe der Verband weitere Anliegen anbrachte: Die Düngeverordnung solle verursachergerecht ausgestaltet werden. Gerade in den Hanglagen des Schwarzwaldes ist eine bodennahe Ausbringung nicht möglich, da die geforderten Maschinen sind zu schwer für den Betrieb am Hang sind. Die Nitrat- und Ammoniakbelastung sind im Schwarzwald erfreulicherweise meistens weit unter den Grenzwerten. Die Landwirt*innen wollen eine Zusammenarbeit im Zuge der FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitate) und freuen sich auf artenreiche Felder und Wiesen und eine, aufgrund des ständigen Wandels der Natur, dynamischen und kooperativen Zusammenarbeit. Zuletzt äußerte der BLHV die große Verunsicherung, die ihm und vielen Landwirt*innen das Auftauchen des Wolfes bereitet. Insbesondere im Bezug auf die Herdenhaltung wird im Wolf eine große Gefahr gesehen. Ich habe in diesem Zuge das nicht nur in meinen Augen sehr gute Wolfsmanagement des Landes hervorgehoben (vielen Informationen an Tierhalter, Schaffung von Unterstützungsmaßnahmen, Entschädigungsregeln, Förderung (100%!) von Zaunbaumaßnahmen usw.). Insgesamt war es ein sehr interessantes und informatives Treffen, bei dem ich einiges mitgenommen habe, bei dem aber hoffentlich auch deutlich wurde, dass das Land Baden-Württemberg die Belange der Landwirtschaft aber auch den Klima- und Umweltschutz gut im Blick hat.

 

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