Besuch in Feldberg

 

Feldberg, Dienstag, 01.06.2021

Die Parlamentspause über die Pfingstferien nutzt Daniela, um weitere Besuche bei Gemeinden ihres Landkreises zu absolvieren. Auf Einladung von Herrn Albrecht, dem Bürgermeister von Feldberg, war sie in Altglashütten, Feldberg-Ort und Bärental.

Die Verkehrsinfrastruktur für Bürger*innen und Gäste steht für Feldberg als Tourismushotspot ganz oben. Angebunden an den „Backbone“ S-Bahn spielt der Nahverkehr eine wichtige Rolle. Die touristischen Destinationen wie Windgfällweiher und Feldberg können alle mit dem ÖPNV erreicht werden. Lösungen müssen gefunden werden für die Anbindung des Skigebiets, vor allem zu Stoßzeiten kommt es zu Engpässen beim Umstieg von S-Bahn auf den Bus in Bärental.

Für den Campingurlaub sollte eine nach skandinavischem Vorbild gemachte App geschaffen werden, die den Campern vor Ort es einfach macht, Stellplätze zu buchen und zu bezahlen, sich für die Kurtaxe und damit KONUS anzumelden usw.

Der Tourismus ist im Wandel begriffen. Immer mehr Menschen machen sich mit dem eigenen Wohnmobil auf den Weg. Es müssen Stellplätze angeboten werden mit entsprechendem Angebot an die Camper. Dabei sind viele dezentrale Lösungen denkbar. Allerdings müssen diese mit dem Naturschutz vereinbar sein, denn die Natur, die das Kapital des Hochschwarzwald-Tourismus darstellt, muss vor negativen Auswirkungen des Campens geschützt werden und wildes Campieren vermieden werden. Eine Gemeinde mit ca. 1800 Einwohnern kann alleine nicht die Infrastruktur schaffen und ist auf Förderung angewiesen. Immer mehr Gemeinden gehen wie Feldberg den Weg, den knappen und teuer zu unterhaltenden Parkraum zu bewirtschaften und Gebühren zu verlangen. Dieser Weg sollte flächendeckend gegangen werden, um Ausweichverkehr in (noch) kostenlose Gemeinden zu vermeiden.

Der Radurlaub ist ebenfalls immer beliebter. Auch hier muß man mit der Infrastruktur nachkommen. Es fehlt konkret an einer durchgehenden Verbindung zwischen dem Bahnhof Bärental und dem Bahnhof Altglashütten. Im Bereich der Kreuzung B500/B317 könnte mit der Schaffung eines Kreisverkehrs der Verkehrsfluss verbessert werden, gefährliche Einbiegungen vermieden werden, die Kreuzungen von Fußgängern und Radfahrern könnten verbessert werden.

Am Feldberg wurde von Bürgermeister Albrecht die Planung des Liftverbundes dargelegt. Dort soll über Liftumbauten und technische Änderungen Parallelnutzungen Fußgänger und Skifahren verbessert werden und die Attraktivität gesteigert werden. Grundlage wäre dafür auch die technische Beschneiung einiger Pisten. Die Analysen hätten ergeben, dass 95% der Skifahrer mit dem Angebot auf drei (beschneiten) Pisten zurecht kämen. Einerseits will man deshalb genau diese Pisten beschneien, um in der wichtigen Weihnachtszeit Schnee bieten zu können, andererseits will man die Lifte auf weniger Standorte reduzieren und diese von der Kapazität erhöhen, um eine Konzentration zu erreichen und gleichzeitig eine Entlastung anderer sensibler Bereiche erreichen.

Daniela begrüßte grundsätzlich, dass Feldberg und der Liftverbund sich Gedanken über die Zukunft machen und insbesondere auch Fußgänger*innen und Wandern als nachhaltige Tourismusnutzung in der ganzjährigen Perspektive einbezieht. Hierfür ist eine Änderung der Liftstruktur (Kabinenbahn für geeigneten barrierefreien Ein- und Ausstieg) durchaus sinnvoll. Skeptisch zeigte sich Daniela bei der Frage der Beschneiung. In Zeiten von Energiesparen und Wasserplanung ist eine künstliche Beschneiung großer Flächen schwierig zu rechtfertigen, zumal wenn unklar ist, ob große Investitionen sich aufgrund der Geschwindigkeit des Klimawandels tatsächlich auch wirtschaftlich refinanzieren lassen.

Auf der anderen Seite äußerte sie Verständnis für das Bedürfnis nach Einnahmesicherheit und versprach, die Pläne offen zu debattieren, zumal sie die Bestrebungen würdigte, durch Umschichtungen bisheriger Beschneiungsprojekte und Umplanungen von Gebietsbelastungen die zusätzlichen Verbrauche in Grenzen zu halten und Flächen aus der Belastung der Wintersportnutzung herauszunehmen. Hier muss aus ihrer Sicht die Diskussion zwischen Naturschutz, Tourismus und Bevölkerung weitergeführt werden und gemeinsam entwickelt werden, wie eine Erhaltung der Natur und eine verträgliche touristische Nutzung möglich sind.

In diesem Zusammenhang soll auch explizit die hervorragende Arbeit des Haus der Naturs und Naturzentrum Südschwarzwald erwähnt sein, die am Feldberg seit Jahrzehnten naturpädagogische Angebote machen und Tourismus und Einheimische informieren und sensibilisieren über die schützenswerte Landschaft am Feldberg und im Schwarzwald.

Der Wandel im Tourismus macht sich auch im Winter bemerkbar, so seien z.B. von ermittelten 13.000 Besucher*innen an starken Tagen 8000 Skifahrer*innen, aber auch 5000 Fußgänger*innen am Feldberg. Für die Auslastung der Lifte ganzjährig werden Wege gesucht, diese beiden sehr unterschiedlichen Besuchergruppen zu bedienen. Auch hierfür sind Investitionen bei den Liften erforderlich.

Auf der Fahrt in der Gondel und dann auf dem Feldbergturm konnte Bürgermeister Albrecht der Landtagsabgeordneten Daniela Evers einen guten Überblick über die Feldberger Pläne geben.

Am Bahnhof Bärental entsteht ein großer Parkplatz, der nach Fertigstellung bewirtschaftet werden soll. Erfreut hat sich Daniela Evers gezeigt, als Bürgermeister Albrecht von der Schaffung von zunächst 4-6, bei Bedarf später auch mehr Stellplätzen mit Lademöglichkeit für e-Autos berichtet hat. Er wünscht sich auch ein Angebot für Car-Sharing an dieser Stelle.

Daniela hat sich bei Bürgermeister Albrecht für die Zeit und für das konstruktive Gespräch bedankt. Gleichzeitig hat sie ein großes Interesse an der touristischen Entwicklung gezeigt, weshalb sie sich in der Fraktion in den nächsten Wochen als Tourismuspolitische Sprecherin bewerben möchte.

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